Interview mit Prof. Dr. Claudia Peus



Prof. Dr. Claudia Peus, Professorin für Forschungs- und Wissenschaftsmanagement an der TU München, über den schwierigen Weg zur Professur, das Forschen in Deutschland den USA im Vergleich sowie Karrierestrategien für junge Wissenschaftler/innen. 

 

       Prof. Dr. Claudia Peus (Quelle: TUM)

 

1) Sie sind Professorin für Forschungs- und Wissenschaftsmanagement an der TU München. Der Weg zur Professur gilt als holprig und wenig planbar. Was raten Sie jungen Wissenschaftler/innen, die eine Karriere an der Hochschule anstreben?

 

Einen Karriereplan oder so etwas hatte ich nicht, aber mich hat mein Fach und die Vielfalt des wissenschaftlichen Arbeitens total begeistert und so bin ich dann Schritt für Schritt weiter gekommen, habe dabei aber auch immer wieder Risiken in kauf genommen. Im Nachhinein war es sicher hilfreich, dass ich in meinem Doktorvater einen wunderbaren Mentor hatte und habe, mit dem ich auch in Kontakt geblieben bin als ich in den USA war (und unklar war, ob ich zurück komme). Dort habe ich dann auch mit inspirierenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammenarbeiten dürfen, die mich z.T. wirklich herausgefordert haben. Dass ich dabei an bekannten Universitäten (MIT, Harvard) war, hat bei späteren Bewerbungen auf Professuren schon geholfen, glaube ich. Aber am Ende des Tages muss man schon wirklich brennen für sein Themenfeld und das ganze akademische Arbeiten, glaube ich, denn ohne eine ziemliche Frustrationstoleranz kommt man sicher nicht aus. Also kurz gesagt denke ich es ist wichtig, in einem Feld zu arbeiten, für das man brennt, sich Mentoren/Mentorinnen zu suchen, die einen unterstützen, gewisse Risiken einzugehen und sich nicht abschrecken zu lassen.

 

                                                                                                                                                                                   

2)    Sie haben einige Zeit in den USA geforscht und gearbeitet und kennen daher sowohl das deutsche als auch das amerikanische Wissenschaftssystem sehr gut. Was könnten die Deutschen von den amerikanischen Kollegen lernen? Und was könnten sich wiederum die Amerikaner von der Forschung in Deutschland abgucken?

 

Was ich in den USA wirklich toll fand war, dass als man als Nachwuchswissenschaftler(in) wirklich ernst genommen wird. Ich hatte den Eindruck, man bekommt dort eher eine Chance “mitzumachen” – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, etc. (wobei die Diversität gerade an den Top Unis auch begrenzt ist). Auf der anderen Seite hat mich in den USA oft gestört wie sehr jeder Einzelkämpfer ist. An der TU München finde ich es wirklich toll, wie viel Kollaboration es gibt. Sowohl unter Kolleginnen und Kollegen als auch z.B. in meinem Team. Ich bin wirklich begeistert wie da jeder dem anderen hilft und wie Forschungsideen gemeinsam entstehen und dann auch umgesetzt werden. Diesen eher kollaborativen Ansatz erlebe ich als sehr fruchtbar – für alle. Ich glaube, er ist in Deutschland verbreiterter als in den USA. Ein weiterer Punkt, der mich in den USA immer wieder  gestört hat, den ich aber in Deutschland auch häufig sehe, ist die rein strategische Ausrichtung der Forschung. Sicher sollte man sich nicht sehenden Auges auf Bereiche konzentrieren, die in die Sackgasse führen, aber für mich ist die Wahl von Themen, für die man wirklich Herzblut hat, ein entscheidender Punkt warum Wissenschaft überhaupt so attraktiv ist. Ich glaube, dass man da in Deutschland doch häufig noch etwas weniger “markt-orientiert” agieren darf.

 

3)    Für Frauen scheint die Karriere in der Wissenschaft oft noch mehr Stolpersteine bereit zu halten als für männliche Kollegen. Können Sie dies bestätigen und worin liegen mögliche Gründe hierfür? (Aus Studien und/oder persönlichen Erfahrungen)

 

Nun, da wir auch zu diesem Gebiet forschen wird eine kurze Antwort jetzt schwierig… Generell gibt es Barrieren auf der Ebene des Individuums (z.B. geringeres Selbstbewusstsein, geringere Risikoneigung von Frauen), der Organisation (z.B. weniger Zugang zu wichtigen Mentoren oder Netzwerken) und des Systems (z.B. Stereotype). Stereotype sind deshalb so einflussreich weil sie sowohl auf die anderen beiden Ebenen wirken als auch einen deutlich messbaren Einfluss darauf haben wie die Leistung einer Person beurteilt wird. Studien, bei denen sich die Unterlagen nur im Namen (weiblich vs. männlich) unterscheiden, zeigen deutliche Ergebnisse. Insgesamt werden Männern mehr Eigenschaften zugeschrieben, die man für eine Führungskraft (Manager wie Professor) für charakteristisch hält – wie leistungsorientiert, zielstrebig, durchsetzungsstark. Dies führt dazu, dass Männer tendenziell für kompetenter gehalten werden und man ihnen auch mehr wissenschaftliches Potential zuschreibt, wie zahlreiche empirische Arbeiten zeigen. Trotzdem gibt es natürlich viele erfolgreiche Wissenschaftlerinnen und die Zeit für Frauen in der Wissenschaft war sicher nie zuvor so gut wie heute. Um aber generell die besten Talente (unabhängig von Geschlecht, Herkunft etc) für die Wissenschaft zu gewinnen ist eine strukturierte, systematische Personalauswahl besonders wichtig (vgl, Peus, Braun, Hentschel &Frey, 2015).

 

4)    Zu welchen Strategien raten Sie speziell jungen Wissenschaflterinnen, die eine Professur anstreben?

 

Ich glaube es ist hilfreich, wenn sie sich aktiv Vorbilder und Mentoren suchen und diese gezielt ansprechen. Die meisten geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen gern an junge Wissenschaftler_innen weiter, gerade wenn diese sie gut vorbereitet und mit einem konkreten Anliegen ansprechen. Dabei ist es sicher klug, sowohl von Wissenschaftlerinnen als auch Wissenschaftlern zu lernen, denn vom eigenen Geschlecht kann man sich erfolgreiche Verhaltensweisen besser abgucken, von Männern aber auch viel darüber lernen, wie die dominante Kultur aussieht und wie man darin auftreten muss. Dann ist es sicher auch eine gute Strategie, gerade kritisches Feedback als Lernchance zu sehen – es aber nicht persönlich zu nehmen. Schließlich muss ich Sheryl Sandberg zustimmen: die wichtigste Karriereentscheidung ist die Wahl des Partners bzw. der Partnerin. Ich glaube, wenn man jemanden an seiner Seite hat, der gegen die eigene wissenschaftliche Karriere ist, hat man es wirklich schwer. Da hatte ich sehr viel Glück, denn mein Mann ist selbst begeisterter Wissenschaftler.

 

5)    Welche Tipps würden Sie jungen Wissenschaftler/innen an die Hand geben, die derzeit in den USA forschen und arbeiten, jedoch perspektivisch wieder nach Deutschland zurückkehren wollen?

Für eine Rückkehr nach Deutschland ist es natürlich sehr hilfreich, über Kontakte dort zu verfügen. Entsprechend würde ich raten, diese zu (re-)aktivieren – z.B. auf Kongressen oder über gezielte Einladungen oder Besuche bzw. gemeinsame Projekte. Weiterhin lohnt es sich sicher, die vielen Programme, die es für Rückkehrer in Deutschland mittlerweile gibt, zu recherchieren. Hier haben sowohl viele Stiftungen als auch Universitäten sehr interessante Möglichkeiten zu bieten (wie z.B. das TUM Tenure-Track Modell, bei dem explizit ein längerer Auslandsaufenthalt der Bewerber gefordert ist).  

 

6)    Gibt es noch etwas, das Sie der GAIN-Community mitteilen wollen?

 In meiner Funktion als Vizedekanin der TUM School of Management mit dem Fokus auf Management-Weiterbildung habe ich immer wieder Einblicke in die Wirtschaft, die mir zeigen, wie viel mehr Freiheit und Handlungsspielraum man in der Wissenschaft im Vergleich auch zu hochrangigen Managern in der Wirtschaft hat. Auch wenn der Weg dorthin wirklich nicht einfach und auch ziemlich unsicher ist finde ich, es lohnt sich – für mich ist Professor bzw Professorin der tollste Beruf, den ich mir vorstellen kann. 

Erzählen Sie Ihre Geschichte:

Wenn Sie selbst Ihre Rückkehrgeschichte erzählen wollen oder Ihre Erfahrungen als Wissenschaftler/in im Ausland teilen möchten, dann melden Sie sich bei uns unter info@gain-network.org

Rückkehrgeschichte: Katja Schmitz




Dr. Katja Schmitz
Professorin für Biologische Chemie
Technische Universität Darmstadt
Kontakt

Eine Zeitlang als Wissenschaftler nach Harvard gehen, war mein lange gehegter Traum während des Studiums. Nach der Promotion erhielt ich im Herbst 2005 die Gelgenheit dazu, als mir Jon Clardy eine Postdoktorandenstelle in seiner Gruppe an der Harvard Medical School zusagte. Ein DAAD-Stipendium finanzierte die ersten Monate meines Aufenthalts, und wurde ich auch zum ersten GAIN-Treffen in Boston und Cambridge eingeladen. Aufgrund des großen Interesses wurde das GAIN-Treffen schnell als monatlicher Stammtisch etabliert. Diese GAIN-Stammtische, die ich später selber organisiert habe, waren stets eine interessante Erfahrung, denn als USA-Neuling konnte ich viel von den „Alteingesessenen“ lernen, während ich später meine eigenen Erfahrungen gegen interessante Informationen aus der Heimat austauschen konnte. Über die Zeit gewann ich den Eindruck, dass viele derer, die nach Deutschland zurückkehrten, um dort eine akademische Karriere zu beginnen, auf Kontakte in Deutschland zurückgreifen konnten, während die, die lange im Auslang gewesen waren, in Deutschland oft keine Stelle finden konnten und deshalb in den USA blieben.

Ich begann daher, nach meiner ersten Postdoc-Veröffentlichung meine Rückkehr nach Deutschland vorzubereiten. Anfang 2007 wurden viele Stellen im Rahmen der Exzellenzinitiative ausgeschrieben, die ERC Starting Grants wurden heftig beworben und es gab Ausschreibungen für Helmholtz- und Max-Planck-Nachwuchsgruppen. Ein üppiges Angebot im Kontrast zur damaligen Förderlandschaft in den USA, in der es zunehmend schwieriger wurde, den Erstantrag bewilligt zu bekommen. Mit einer meiner ersten Bewerbungen erhielt ich eine Stelle als Leiterin einer der „Research Groups“, die im Rahmen der Exzellenzinitiative an der Universität Karlsruhe (inzwischen Karlsruher Institut für Technologie) ausgeschrieben waren. Meine Entscheidung zurückzukehren habe ich zu keiner Zeit bereut. Das Modell „Nachwuchsgruppe“ bietet in der letzten Qualifikationsphase vor der Professur gegenüber der Habilitation und der Juniorprofessur sicher die größte Unabhängikeit. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, sich an der Lehre zu beteiligen und Weiterbildungs-veranstaltungen zu den Themen Hochschuldidaktik und Wissenschaftsmanagement zu besuchen. Nach knapp vier Jahren Nachwuchsgruppe habe ich einen Ruf an die TU Darmstadt erhalten und bin seit Anfang Oktober dort Professorin für Biologische Chemie.

Viele meiner Bekannten vom Bostoner GAIN-Stammtisch sind inzwischen ebenfalls nach Deutschland zurückgekehrt und haben Nachwuchsstellen an Universitäten überall in Deutschland, im Europäischen Ausland oder in der Industrie inne. Ein großartiges Netzwerk, das allen Beteiligten in der Zukunft auf die eine oder andere Weise zu Gute kommen wird.

Außenperspektive: Walker Jackson




Dr. Walker Jackson
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Bonn (DZNE)
Gruppenleiter

Kontakt

Living in a foreign country has always sounded like an exciting adventure to me, but one that was not very practical and perhaps a little bit uncomfortable. Leaving the USA for my college, doctorate, or post-doctorate training was hardly considered. During my time in Dr. Susan Lindquist’s lab I began to travel a lot more, especially internationally, which really opened my eyes to the world. However, I still did not seriously consider a move out of the USA during my search for my first assistant professor/group leader position. I think this was mainly because there were so many opportunities in the USA and an international move seemed so painful. Then a friend in Switzerland introduced me to a new research institute focused specifically on neurodegenerative diseases, which I had been studying for the past 13 years. In principle a perfect place for me. The catch…it was in Deutschland! Not that there is anything wrong with Germany, it’s just that I don’t speak German and it was an ocean away. Well, I was lucky enough to be offered an interview and then a position with the Deutsches Zentrum fur Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). The offer was very appealing because the DZNE is structured so that newly starting research groups are provided with enough resources that they stand a reasonably good chance to thrive in this very competitive, international business. After some serious, heartfelt discussions with my wife, she finally agreed to trade in her life in Boston, with fantastic friends and job, for a new life in Bonn.

So, yes, it was a great opportunity, but there is a bit more that lead to my final decision to come here. Germany has for a very long time been a center of serious scientific inquiry. Chemistry and physics will come to mind for most, but Germany was in a sense the birth place of neurodegenerative disease research too. Alois Alzheimer, and the disease he described, is undoubtedly the most famous example. Creutzfeldt-Jakob disease, which I study, and several other neurodegenerative diseases were also originally studied by Germans. So there is a very solid foundation for this line of research in Germany. Moreover, Germany is a leader in the development of cutting-edge technologies related to biomedical research, including microscopy and magnetic resonance imaging. The same offer from most any other country would not have been as appealing.

Now that we are here we are delighted with our decision. Bonn has been a wonderful place to live and as we learn the language and culture we come to love it more and more. Better yet, my colleagues at the DZNE are really fantastic people. I have only been here for three months and yet I already feel at home.
Rückkehrgeschichte: Kristian Kersting




Dr. Kristian Kersting
ATTRACT Gruppenleiter
Fraunhofer IAIS und Institut für Informatik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Lehrstuhl für Physikalische Chemie II

Kontakt

Nach meiner Promotion im April 2006 hatte ich zunächst eine PostDoc Stelle bei meinem Doktorvater am Institut für Informatik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zu dieser Zeit hatte er allerdings einen Ruf an die Katholische Universität Leuven in Belgien erhalten, so dass das Ende meiner Zeit in Freiburg absehbar war. Ursprünglich wollte ich ihm einfach folgen. Zwei Tage vor der Vertragsunterschrift in Belgien erhielt ich eine Email von Leslie Pack Kaelbling (MIT, USA), ob ich mir vorstellen könnte, Anfang 2007 als Postdoctoral Associate bei ihr am Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) des MIT anzufangen. Ich konnte mir das zwar vorstellen, allerdings hatte ich starke Gewissensbisse, weil ich meinem Doktorvater für Belgien schon zugesagt hatte. Man muss wissen, dass das MIT für viele Informatiker dem Himmel ziemlich nahe kommt, und meine Frau sagte: „Du würdest es bereuen, wenn Du diese Chance nicht wahrnimmst“. Also ging ich Anfang 2007 ans MIT. Zwar hätte ich länger am MIT bleiben können, aber die Idee, mein eigener Herr zu sein, motivierte mich Anfang 2008 nach Deutschland zurückzukehren. Natürlich spielte es auch eine Rolle, dass meine Frau noch in Deutschland war. Zum Glück traf ich Stefan Wrobel, dem Institutsleiter des Fraunhofer IAIS in Bonn, Deutschland, auf einer Konferenz. Er erzählte mir von dem Fraunhofer ATTRACT-Programm, sozusagen das Emmy-Noether der Fraunhofer Gesellschaft. Die Förderung beträgt 2.5 Mio. Euro für fünf Jahre. Ich bekam die Förderung und leite seit 2008 meine eigene Arbeitsgruppe am Fraunhofer IAIS.

Ich schließe nicht aus, wieder ins Ausland zu gehen. Allerdings sind die Bedingungen am Forschungsstandort Deutschland für meine Forschungsgebiete - das Maschinelle Lernen, das Data Mining und die Künstliche Intelligenz - sehr gut. Wir haben exzellente Forscher und sehr gute Fördermittel. Zwar ist es nicht immer einfach, sie einzuwerben, aber das ist es auch nicht in den USA. Allerdings wird der Nachwuchs in den USA mehr unterstützt und gefördert. Jungen Assistant Professors wird Vorschussvertrauen und Anleitung entgegengebracht. Sie werden häufig zu Vorträgen an anderen Instituten im ganzen Land eingeladen. Das hilft Ihnen, schon früh ein Netzwerk und förderliche Kontakte für die eigene Zukunft aufzubauen. Nach meiner Entscheidung nach Europa zurückzukehren, sagte ich eine Lecturer-Stelle am Imperial College in London, England, aus persönlichen Gründen ab. Das war schweren Herzens, weil Anstellungen an Universitäten in England auf Lebenszeit sind. Das würde ich mir auch für Deutschland wünschen. Immerhin sind gerade die „jungen Wilden“ eine treibende Innovationskraft. Dann hatte ich das Glück, Stefan Wrobel zu treffen und sein Vertrauen zu gewinnen. Das ATTRACT-Programm macht mich finanziell unabhängig und hilft somit außerordentlich, meine eigene Gruppe aufzubauen.

Vieles in einer Karriere ist Glück. Wer kann schon sagen, wo er morgen sein wird? Ich kann das leider nicht, weder in den USA, noch in Deutschland. Ich habe in Deutschland ein Umfeld gefunden, das mich fordert und fördert. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen. Auch wenn es nicht immer einfach ist, man kann viel erreichen, wissenschaftlich und persönlich.

Rückkehrgeschichte: Simon Ebbinghaus




Dr. Simon Ebbinghaus
Ruhr-Universität Bochum
Lehrstuhl für Physikalische Chemie II

Kontakt

Nach meiner Promotion 2007 als Feodor Lynen-Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung und Stipendiat des National Science Foundation Exzellenz Zentrums für die Physik der lebenden Zelle bin ich als Postdoktorand an die University of Illinois in Urbana-Champaign gegangen. Im Rahmen des Rückkehrerprogramms des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen bin ich Ende 2010 an die Ruhr-Universität Bochum, also die Hochschule, an der ich seinerzeit mein Diplom abgelegt habe, zurueckgekehrt. Hier baue ich am Lehrstuhl für Physikalische Chemie II (Prof. Dr. Martina Havenith-Newen) eine eigene Arbeitsgruppe auf. Die Förderung beträgt bis zu 1,25 Mio. Euro für fünf Jahre.

Ich habe mich damals fuer einen Postdoc-Aufenthalt in den USA entschieden, um an einem neuen und reizvollen Forschungsthema zu arbeiten. Des weiteren habe ich bereits während meines durch das DAAD geförderten Auslandssemesters in Oxford, GB viele positive Erfahrungen gesammelt, so dass seitdem schon der Wunsch bestand in einem weiteren Land Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat mir dies ermöglicht und mich effizient auf den Forschungsaufenthalt vorbereitet. So wurde ich vor der Abreise zu der Netzwerkwerktagung der AvH eingeladen auf der in Diskussionsrunden wissenschaftliche sowie organisatorische Punkte (z.B. Visa) besprochen wurden.

Nach 2 Jahren habe ich Anfang 2010 dann Dank GAIN an der European Career Fair in Boston teilgenommen. Dort habe ich mich umfangreich ueber Rückkehrprogramme sowie Fördermöglichkeiten informieren und erste Kontakte knüpfen können. Ich habe dabei die ganze Bandbreite der Möglichkeiten zur Rückkehr nach Deutschland kennengelernt und konnte so meine Bewerbung gezielt planen. Ausschlaggebend für meine Entscheidung, nach Deutschland zurückzugehen, war die hervorragende Förderung des MIWF des Landes NRW.

Interview mit Prof. Dr. Nicola Fuchs-Schündeln





Nicola Fuchs-Schündeln
Assistant Professor of Economics
Harvard University
1875 Cambridge Street
Cambridge, MA 02138
Phone: (617) 496-7081
http://www.economics.harvard.edu/faculty/fuchs

Hintergrund:

Nicola Fuchs-Schündeln wurde am 13. November 2008 der “DAAD Prize for Distinguished Scholarship in German and European Studies” des American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) verliehen. GAIN hat die erfolgreiche Wissenschaftlerin interviewt, die nach zehn Jahren in den USA mit ihrer Familie im Sommer 2009 nach Deutschland zurück geht.

Nicola Fuchs-Schündeln studierte Lateinamerikastudien und Volkswirtschaftslehre in Köln, und erwarb ihren Ph.D. in Economics in Yale. Gegenwärtig ist Fuchs-Schündeln als Assistant Professor an der Harvard University tätig und verfolgt einen breiten, interdisziplinären wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsstil. Die Schwerpunkte ihrer Forschung liegen in der Analyse des Spar-, Konsum- und Arbeitsmarktverhaltens von Haushalten, sowie in der Formbarkeit von ökonomischen Präferenzen. Auf Grund ihrer Publikationen, Preise und Kooperationen gilt sie als junge Forscherin von internationalem Spitzenrang.

Prof. Nicola Fuchs-Schündeln und ihr Mann Prof. Matthias Schündeln haben beide Rufe an die Universität Frankfurt angenommen und wechseln im Laufe des kommenden Sommersemesters (2009) von der renommierten amerikanischen Harvard University an den Main: Nicola Fuchs-Schündeln wird an der Goethe-Universität die Professur für Wirtschaft und Entwicklung im Rahmen des Exzellenzclusters ›Die Herausbildung normativer Ordnungen‹ übernehmen, Matthias Schündeln die Messe Frankfurt Stiftungsprofessur für Internationale Wirtschaftspolitik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Das Wissenschaftler-Ehepaar hatte sich gegen starke Konkurrenz anderer namhafter Universitäten für Frankfurt entschieden.

Frage: Warum haben Sie sich für Frankfurt entschieden?

Die beiden Professuren, die uns in Frankfurt angeboten wurden, passen sehr gut auf unsere jeweiligen Profile. Frankfurt ist für Forscher sowohl in meinem Forschungsschwerpunkt, nämlich der Makroökonomie, als auch im Forschungsschwerpunkt meines Mannes, der Entwicklungsökonomie, ganz klar eine der besten Universitäten in Deutschland. Zusätzlich zu den forschungsstarken und international renommierten Kollegen, die wir in diesen Bereichen in Frankfurt antreffen werden, sind auch die Nähe zu Institutionen wie der Europäischen Zentralbank, der Bundesbank, GTZ, und KfW sehr interessant. Diese sind in Bereichen tätig, die inhaltlich nahe an unserer Forschung liegen, und die räumliche Nähe lässt darauf hoffen, dass ein reger Austausch zwischen Forschung und Praxis stattfinden kann.

Frage: Wie schätzen Sie die derzeitigen Veränderungen der deutschen Wissenschaftslandschaft ein?

Der Aufbruch, der an vielen Universitäten Deutschlands zur Zeit zu spüren ist, nicht zuletzt bewirkt durch die Exzellenzinitiative, ist sehr vielversprechend, und ich freue mich darauf, dabei mitwirken zu können. Die grössere Autonomie der Universitäten unterstütze ich sehr, und mit der Rechtsform der Stiftungsuniversität ist diese Autonomie in Frankfurt besonders weit fortgeschitten. Konkret zeugt in Frankfurt z.B. der Wandel hin zur Einführung von hauptamtlichen Dekanen von dem Willen, eine Entlastung der Professoren von Verwaltungsaufgaben zu erreichen. Der Bau des neuen Campus Westend zeugt ebenfalls von der Aufbruchstimmung, die dort herrscht. Ich mache mir allerdings keine Illusionen, dass sich in Deutschland Verhältnisse wie an amerikanischen Spitzenuniversitäten schaffen lassen, was alleine aufgrund der Finanzlage nicht möglich sein wird. Viele mögliche Verbesserungen sind allerdings auch ohne erhebliche finanzielle Mittel umsetzbar, z.B. die Unterstützung der größeren Kooperation zwischen den Lehrstühlen durch räumliche Nähe und stärkere Schwerpunktbildung.

Frage: Wie haben Sie Ihre wissenschaftlichen Kontakte mit Kollegen in Deutschland von den USA aus gepflegt? Welche Tipps würden Sie deutschen Wissenschaftlern im Ausland geben, ihre wissenschaftlichen Netzwerke mit Deutschland aufrecht zu erhalten?

Ich bin häufig zu Konferenzen nach Deutschland gefahren, und habe auch an deutschen Hochschulen vorgetragen, wenn ich einen Deutschlandaufenthalt geplant hatte. Zudem habe ich immer den Kontakt mit deutschen Wissenschaftlern gesucht, die ihr Forschungsfreisemester im Großraum Boston verbracht haben. Mir scheint, dass der Ausbau dieser Kontakte relativ leicht ist, wenn man sich dafür offen zeigt und auch selbst aktiv wird. Einerseits habe ich diese Kontakte gepflegt, weil ich immer für eine Rückkehr nach Deutschland offen war, und diese durch Kontakte erleichtert wird. Andererseits bleibt man so auf dem Laufenden und kann sich ein besseres Bild davon machen, was einen erwarten würde, wenn man nach Deutschland zurückgehen würde. Außerdem macht es einfach Spaß, wenn man Leute mit ähnlichem Hintergrund trifft.

Frage: Ihr Mann, Matthias Schündeln, und Sie haben beide einen Ruf an der Universität Frankfurt erhalten. Welche Erfahrungen haben Sie als Doppelkarriere-Paar bei Berufungen gemacht?

Bisher haben wir nur gute Erfahrungen als Paar in der Wissenschaft gemacht. Wir sind gemeinsam ins Doktorandenprogramm in Yale aufgenommen worden, haben dann zeitgleich Stellen als Assistant Professors an der Harvard Universität erhalten, und gehen nun gemeinsam nach Frankfurt. Wenn man, wie wir, relativ verschiedene Schwerpunkte hat, in denen man sich etabliert, dann wird es vielleicht etwas einfacher. Insgesamt glaube ich, dass es für eine Universität ein großer Vorteil sein kann, durch die Berufung eines Paares direkt zwei gute neue Mitarbeiter gewinnen zu können. Die generelle Bereitschaft zur Anstellung von Paaren wird durch unsere eigenen Erfahrungen auf jeden Fall deutlich, wenn es auch in den USA noch selbstverständlicher ist als in Deutschland.

Frage: Wie haben Sie Familie (Kinder) und Wissenschaft in den USA unter einen Hut gebracht und was haben Sie für Pläne in Deutschland?

Wit hatten das Glück, hier in den USA exzellente Kinderbetreuung gefunden zu haben, vor allen Dingen in der universitätseigenen Kindertagesstätte. Das ist gewiss eine Grundvoraussetzung für die Vereinbarkeit von Kindern und Wissenschaft. Ansonsten erlaubt die wissenschaftliche Karriere eigentlich viele Spielräume, da man doch vielfach seine Zeit selbst managen kann, erwartet aber andererseits einen sehr großen Einsatz. Wie alle berufstätigen Mütter muss ich immer mal wieder Kompromisse eingehen, um Familie und Beruf zu vereinbaren, aber beides macht mir viel zu viel Spaß, als dass ich einen anderen Weg vorziehen würde. Was mir in den USA sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass die Berufstätigkeit von Müttern viel weiter verbreitet und gesellschaftlich akzeptierter ist als in Deutschland. Somit habe ich hier auch einige „Vorbilder“, die mich in meinem Weg ermutigt haben. Wir hoffen, in Deutschland ähnliche Betreuungsmöglichkeiten wie in den USA für unsere drei Söhne zu finden, nämlich Ganztagesbetreuung in Kindertagesstätten und Schulen/Horten. Inwieweit sich das so umsetzen lässt, wird sich noch zeigen.

Frage: Worauf freuen Sie sich am meisten in Deutschland? (Was werden Sie vermissen?)

Ich freue mich vor allen Dingen darauf, wieder näher bei meinen alten Freunden und meiner erweiterten Familie zu sein. Ich finde es sehr spannend, mich mit meiner Erfahrung aus den USA an einer deutschen Universität einbringen zu können, bin mir aber auch bewusst, dass ich wohl gerade im Bereich der Arbeit viele Dinge vermissen werde. Die Internationalität an einer Universität wie Harvard wird mir zum Beispiel fehlen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Rückkehrgeschichte: Ute Scholl




Dr. Ute Scholl
Arbeitsgruppenleiterin, Klinik für Nephrologie
Universitätsklinikum Düsseldorf
Kontakt

Hintergrund:

Nach dem Studium an der RWTH Aachen und der Promotion zum Dr. med. mit Auszeichnung, ging Ute Scholl 2008 als Postdoktorandin nach Yale. Insgesamt blieb sie fast 5 Jahre an der berühmten Ivy League Universität. Im Rahmen eines DFG-Forschungsstipendiums wurde Sie 2010 zu einer GAIN-Jahrestagung in Boston eingeladen, wo sie sich über Rückkehrangebote informieren und mit deutschen Einrichtungen vernetzen konnte. Den Ausschlag zur Rückkehr gab ihr die Zusage einer Förderung durch das NRW-Rückkehrerprogramm zum Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe. Diese verspricht eine attraktive und mit 5 Jahren auch langfristige Finanzierung. Schon zu Beginn ihres Aufenthalts in den USA hatte sie davon über den GAIN-Newsletter erfahren. Letztendlich hat es Dr. Scholl wieder in das Rheinland verschlagen: Am Universitätsklinikum Düsseldorf in der Klinik für Nephrologie baut sie derzeit eine Arbeitsgruppe auf.

Was veranlasste Sie ins Ausland zu gehen und wie lange haben Sie dort gelebt?

Ich bin aufgrund eines Stellenangebots aus der Genetik an der Yale University in die USA gegangen. Wichtig waren mir der Fokus der Arbeitsgruppe, der genau mein Interessengebiet traf, die sehr gute Ausstattung des Labors, vor allem aber mein Mentor, der mir als Wissenschaftler sehr imponiert hat. Mit einer kleinen Zwischenstation von 6 Monaten in Deutschland habe ich 5 Jahre in den USA gelebt.

Was war für Ihre Rückkehrentscheidung ausschlaggebend? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich bin aufgrund des NRW-Rückkehrerprogramms zum Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe nach Deutschland zurückgekehrt, das eine exzellente und mit 5 Jahren auch langfristige Förderung verspricht. Die mit dem NRW-Rückkehrerprogramm verbundenen Erwartungen haben sich auch erfüllt.

Auf welchem Weg haben Sie Ihre Stelle in Deutschland gefunden und wie hat sich die Jobsuche gestaltet?

Ich habe nach einer Finanzierung durch das Rückkehrerprogramm Dekane der NRW-Universitäten angeschrieben. Die „Jobsuche“ war gar nicht einfach, z.B. gab es die Vorstellung, ich solle – finanziert durch das NRW-Rückkehrerprogramm – in Vollzeit auf der Intensivstation als Ärztin arbeiten und „nebenher“ eine Arbeitsgruppe aufbauen. Andere Universitäten haben gar nicht erst auf meine Anfrage geantwortet oder mitgeteilt, es bestehe kein Interesse. Schließlich habe ich mich für Düsseldorf entschieden.

Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern, damit Deutschland attraktiver für Wissenschaftler wird?

Meiner Meinung nach ist eine Umgebung mit sehr vielen guten Wissenschaftlern und einem regen Austausch wichtig. Das habe ich in Yale sehr genossen – exzellente Vorträge, inspirierende Gespräche. Oft wird eine mangelnde Finanzierung beklagt, aber auch mit einer guten Finanzierung wie durch das NRW-Rückkehrerprogramm ist es schwierig, gute und zeitkritische Forschung zu machen, wenn Instrumente oder Reagenzien erst Wochen nach Bestellung eintreffen. Den Verwaltungsaufwand erlebe ich als erheblich – und in dieser Zeit kann leider Forschung nicht stattfinden.

Wie haben Sie sich in Deutschland eingelebt? Gab es Hindernisse, die Sie in Deutschland überwinden mussten?

Zunächst wurde ich in einem Personalwohnheim untergebracht, in dem sich 10 Bewohner eine Dusche und 2 Toiletten auf dem Flur teilten – das war schon ungewohnt!

Haben Sie sich während Ihrer Zeit im Ausland vernetzt, sich mit Gleichgesinnten ausgetauscht oder an Netzwerkveranstaltungen teilgenommen?

In den USA habe ich einige sehr gute Wissenschaftler kennengelernt und von diesem Austausch sehr profitiert, innerhalb der Universität, aber auch bei Konferenzen oder Kursen. Unsere Arbeitsgruppe war Teil eines „Transatlantic Network“ der Fondation Leducq, das uns die Zusammenarbeit und Treffen mit Arbeitsgruppen in Frankreich, der Schweiz und Mexiko ermöglicht hat. Außerdem war ich als DFG-Stipendiatin auf der GAIN-Jahrestagung.

Wie haben Sie sich während Ihrer Zeit im Ausland über den Wissenschaftsstandort Deutschland informiert? Welche Medien/Netzwerke können Sie anderen empfehlen, um „up to date“ zu bleiben?

Ich habe die Online-Versionen der deutschen Tageszeitungen gelesen und bekam den GAIN-Newsletter.

Welche Hilfen hätten Sie sich bei Ihrer Rückkehr gewünscht? Welche haben Sie erhalten?

Manchmal hätte ich mir mehr Unterstützung der Verwaltung erhofft. Mein Rückkehrerschock war, dass ich wie vereinbart zur Vertragsunterschrift aus den USA nach Deutschland flog und man mir mitteilte, ich sollte doch einfach an einem anderen Tag noch einmal wiederkommen, man habe gerade keine Zeit! Das habe ich gerade noch verhindern können. Manche Regeln sind so strikt, dass sie wissenschaftliches Arbeiten fast unmöglich machen, z.B. wurde mir nicht erlaubt, auf wissenschaftliche Daten auf einem Server in den USA von meinem Dienstrechner aus zuzugreifen. Gefreut habe ich mich über gute Ratschläge von Kollegen, wie bestimmte Verwaltungshürden zu nehmen seien.

Welche Empfehlungen möchten Sie anderen Rückkehrern geben?

Ich würde mir alles sehr genau ansehen, vielleicht auch einmal hospitieren, um einen realistischen Eindruck zu bekommen.

Worauf haben Sie sich am meisten in Deutschland gefreut? Was werden Sie vermissen?

Gefreut hatte ich mich auf die Unabhängigkeit als Arbeitsgruppenleiter (wobei meine Freiheit hier durchaus begrenzt ist). Ich vermisse den direkten Austausch mit meinen wissenschaftlichen Kontakten in den USA und – wenn mein Gegenüber am Telefon laut wird – manchmal die professionelle Höflichkeit der Amerikaner.

Im Interview: Joann Halpern, Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus New York





Die Webseite des German Center for Research and Innovation in New York.

Im Februar 2010 hat in New York ein neues Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) seine Tätigkeit aufgenommen. Die Wissenschaftshäuser sollen an fünf Standorten weltweit - neben New York auch Sao Paulo, Neu Delhi, Moskau und Tokyo - zur Erhöhung der Sichtbarkeit der deutschen Forschung und Entwicklung und zur Bündelung der Aktivitäten der deutschen Forschungs- und Mittlerorganisationen, der Hochschulen und der innovativen Unternehmen beitragen.

Was das New Yorker DWIH (bzw. GCRI für German Center for Research and Innovation) konkret plant, wie die deutschen Wissenschaftler/innen in Nordamerika davon profitieren können, und was Joann Halpern, Ph.D. -- die amerikanische Koordinatorin am DWIH New York -- an der Aufgabe gereizt hat, deutsche Interessen in den USA zu vertreten: Dazu hat sie im GAIN-Interview ausführlich Auskunft gegeben.


(1) Let’s start off with a little bit of personal background: What is your academic background, what were/are your links with Germany?

I received my B.A. in History and German from Dartmouth College, my M.A. in Germanic Languages and Literatures from Harvard University and my Ph.D. in International Education from New York University. My dissertation focused on global assignments and repatriate retention in multinational corporations.

In addition to my formal academic training, I have spent a significant amount of time during the past 20+ years living and working in Germany or focusing on issues related to international education. While I was a student at Dartmouth College and Harvard University, I taught German to undergraduates and spent one summer as an intern at the Institut für Medizinische Psychologie in Munich. Through scholarships and fellowships from DAAD, Fulbright, and the Robert Bosch Foundation, I had the opportunity to teach and study in Germany and work on projects with the Ministry of Culture in Saxony Anhalt. As the Director of International Programs at the Hochschule Harz, I was involved in developing university partnerships in approximately 20 countries and dual degree programs in international business and international tourism management. I was also invited to give a number of presentations in the U.S. and Germany about various topics related to the German and U.S. educational systems and education policy.

(2) What was the very first thing you heard about the GCRI project and why did it appeal to you

The first time I read about the GCRI project, German “houses” were being planned for Brazil, India, Japan, and Russia, and the German government was in the process of deciding whether to create a house in the United States. The GCRI appealed to me for a number of reasons. One of its primary functions was to enhance the visibility of German research and innovation, something I had been attempting to do on an informal basis for years. I also recognized the potential of GCRI to facilitate the development of collaborative projects between individuals and institutions in Germany and North America. Finally, I was eager to be involved in developing a new organization.

(3) Please explain who are the major parties involved in the GCRI project

The GCRI project is part of the German Federal Foreign Office’s “Research and Academic Relations Initiative,” which was created to support the federal government’s “Strategy for the Internationalization of Science and Research.” Two German ministries, the Federal Foreign Office and the Federal Ministry of Education and Research, share the responsibility of implementing the GCRI project. They do so in coordination with the Alliance of German Science Organizations and the German Association of Chambers of Industry and Commerce. While the start-up funding is provided by the Federal Foreign Office’s “Research and Academic Relations Initiative,” the German Academic Exchange Service (DAAD) and the German Research Foundation (DFG) have been entrusted with the leadership of the GCRI New York.

(4) What was the rationale for making the initial decision to set GCRIs up (and do this in a number of locations worldwide?)

The GCRIs were created to enhance Germany’s visibility in the areas of science, research and innovation and to promote Germany as an attractive location for research, study and business. Another important goal is to provide a “one-stop shop” for information about the German research landscape and funding sources. In addition to the GCRI New York, centers were created in Moscow, New Delhi, Sao Paulo, and Tokyo to broaden German visibility in other locations with different regional priorities and strengths.

(5) What can GCRI do for German science and innovation that Goethe, DAAD, DFG, and others can’t?

The GCRI presents all facets of the German research landscape. It pools the activities of German research and intermediary organizations, universities and innovative companies. As I mentioned earlier, we will provide a one-stop shop for all questions about the German science and research landscape, from funding sources to visa issues, while also coordinating opportunities for networking and idea exchange.

(6) Can, will the GCRI do anything for German scientists/ researchers in Northern America

The GCRI offers a forum for the exchange of knowledge, ideas and experiences. We create networking opportunities through the organization of conferences, thematic workshops and science dinners. These kinds of activities will cultivate collaboration in a variety of disciplines. Members of the GCRI staff participate in GAIN conferences and workshops and are available to answer questions in person during these events. I am planning to participate in the GAIN workshop on April 17th in Washington, D.C.

(7) What will be next events/ activities in NYC? How can people find out about your activities?

Some of the topics that will be addressed in upcoming events include: the bilingual brain, biotechnology, renewable energy, plasma medicine, patents and innovation, bringing an invention to market, German intellectuals in New York City, and ethics in science.

How do you find out about our activities: Subscribe to our electronic newsletter by sending an e-mail to info@germaninnovation.org, and write “subscribe” in the subject line.